Das große Volk der Yeasts wird regiert von einem alternden König, Jahn dem Ältesten. Sein ältester Sohn und der damit erste Anwärter auf den Thron, Jahn-der-Zweitälteste, ist ein kühner Held der Freiheit, der bei seinen heimlichen Erkundungsreisen zur Meeresoberfläche auf eine wundersame, das Licht der Sonne in sich aufnehmende Speise gestoßen ist. Zusammen mit Jahn der Holden, Tochter des hingerichteten Regimekritikers Jahn des Elenden und von niederem Stande, bringt der junge Thronfolger eine Kette von Ereignissen in Gang, von denen nicht abzusehen ist, ob sie den Untergang der Yeasts oder deren nächsten evolutionären Entwicklungssprung nach sich ziehen werden.

 

Yeast Nation, geschrieben von den Tony-prämierten Autoren Greg Kotis (Text) und Mark Hollmann (Musik), ist der zweite Teil einer Trilogie von schwarzhumorigen, apokalyptischen und allegorischen Musicals. Das Stück spielt vor über drei Milliarden Jahren auf dem Grund des Urmeeres, und die handelnden Personen sind Hefezellen („Yeasts“), die – so heißt es im Stück – allererste Lebensform auf unserer Erde. 

 

Verpackt in viel sprachliche Finesse und Witz, Einzeller-Pathos und ansteckende Musik ist die Welt von Yeast Nation ein cleverer, politischer und sehr humorvoller Mix aus verschiedenen Einflüssen: Die dramatische Form und der Ton der Dialoge erinnert an griechische Tragödien und Shakespeare'sche Hofdramen mit einer Prise darwinistischer Schöpfungsgeschichte, Arielle-die-Meerjungfrau und monumentaler Sandalenfilme à la Cecil B. DeMille.

Die Themen des Stücks sind gleichzeitig zeitlos und sehr aktuell: es geht um Ressourcenknappheit, politischen Autoritarismus, Konservatismus, Fortschritt, Revolution und Liebe. 

Zur Musik im Stil von Musicals wie Jesus Christ Superstar und Hair oder der Band Queen liefern sich die Yeasts erbitterte Kämpfe um Liebe und das blanke Überleben. In wilden Verfolgungsjagden hasten Jäger und Gejagte durch einen Sturm aus Intrigen und unerwarteten Wendungen, der eine ganze Spezies in den Untergang zu treiben droht.